„Salma, die syrische Köchin“ von Danny Ramadan

Dieses Bilderbuch beleuchtet für mich auf beeindruckende Weise die Herausforderungen der ersten Monate in einem fremden Land und die Gefühle, die die Menschen in dieser Zeit haben, ohne das Lesepublikum ab 8 Jahren zu überfordern. Dennoch empfehle ich unbedingt ein gemeinsames Lesen und eine anschließende Reflektion der Gefühle und der besonderen Situation. Wunderbar eigenet sich das Buch für ein gemeinsames Lesen in der Grundschule, vor allem um einen Austausch zwischen Kindern, die wie Salma einen Migrationshintergrund haben und Kindern ohne Migrationshintergrund zu ermöglichen, anzuregen und zu moderieren.

Inhalt

Salma und ihre Mama sind aus Syrien und wohnen seit kurzer Zeit in Hamburg in einer Geflüchtetenunterkunft. Salmas Papa soll nachkommen, doch noch ist er in Syrien. Salma vermisst ihren Papa sehr, vor allem vermisst sie aber Mamas Lachen, welches Salma an die Glocken von Fahrrädern erinnert.

Salma wünscht sich Mamas Lachen so sehr zurück, weshalb sie sich allerlei kleine Albernheiten und Geschenke ausdenkt, doch Nichts bringt Mama wirklich zum Lachen.

„Aber alles, was sie von Mama zurück bekommt, ist ein trauriges Lachen – voller Liebe, aber ohne Freude.“

Salma sucht sich Unterstützung bei Helga. Mit Helga im Austausch komm Salma die Idee, dass sie für ihrer Mama ein syrisches Essen kochen möchte. Bei dieser Aktion geht nicht alles glatt, doch am Ende lacht Salmas Mama „lang und herzhaft. Es hört sich an wie das Klingeln einer Fahrradglocke.“

Leseeindruck

Warum Salma von Syrien nach Hamburg übergesiedelt und das Thema Flucht wird in diesem Buch gänzlich ausgespart. Salamas Eltern haben sich entschieden von Syrien nach Hamburg zu ziehen, allerdings fehlen dem Vater wichtige Papiere, weshalb er weiterhin in Syrien wohnt.

Salma lebt in der Geschichte im Hier und Jetzt und ist dabei sich in ihrer neuen Heimat zu integrieren. In der Geflüchtetenunterkunft trifft Salma auf unterschiedliche Menschen und alle sind bereit sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Letztendlich ist Salmas Kochinitiative der Grund für die Bildung einer wundervollen Gemeinschaft, der auch der Mutter den nötigen Halt gibt.

Ein Kind ist nicht für das Wohl seiner Eltern verantwortlich. Doch in der Realität bemüht sich ein Kind schon aus evolutionsbiologischem Hintergrund darum die Gemeinschaft, die es fürs Überleben braucht, zu erhalten.

Salmas Mutter ist voller Liebe für Salma. Und gleichzeit ist für sie die Übersiedelung ohne Ehemann eine große Herausforderung. Wir erleben in der Geschichte den Zwiespalt, in dem Eltern mit Übersiedlungshintergrund ausgeliefert sind. Salamas verschiedene Gefühle sind meiner Meinung nach kindgerecht dargestellt. Wenn das Leesepublikum bereit ist, kann es sich empatisch in Salma einfühlen, Mit der Unterstützung von Erwachsenen können Grundschulkinder sehr wohl auch reflektieren, warum sich Salama in verschiedenen Momenten unterschiedlich fühlt und beispielsweise auch mal wütend wird.

In meinen Augen bietet dieses Buch eine Gelegenheit über manchmal für Aussenstehende unverständliches Verhalten von Kindern mit Migrationshintergrund zu sprechen und tiefer ind Verstehen zu kommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Geschichte auch für Erwachsene ohne Migrationshintergrund eine neue Perspektive auf die Herausforderung von Menschen mit Migrationshintergrund ermöglicht und somit ein wundervoller Beitrag für ein größeres Miteinander ist.

Leseeindruck eines Kindes (10 Jahre)

Ich mag die Bilder und mag, dass die Menschen sich wie im echten Leben benehmen und verschiedene Gefühle zeigen. Ich konnte mit Mama nach dieser Geschichte darüber sprechen, wie es ist, wenn man als Kind von einem Land in ein anderes zieht.

Ergänzender Mamaeindruck

Ich habe das Gefühl, dass meine Tochter Fragen zur Migrationsthematik formukieren konnte, die sie auch zuvor beschäftigt haben, doch für sie nicht so klar fassbar waren. Durch den Einblick in Salmas Gefühlswelt wurden auch die Fragen im Herzen meiner Tochter deutlicher.

Klappentext

Genau die richtigen Zutaten für ein neues Zuhause.

Alles, was Salma möchte, ist, dass Mama mal wieder lächelt. Zwischen Sprachunterricht, Vorstellungsgesprächen und der Sehnsucht nach Papa in Syrien scheint sie immer beschäftigt oder traurig zu sein.

Da hat Salma eine Idee: Ein selbstgekochtes syrisches Gericht könnte sie wieder aufmuntern. Aber Salma kennt weder das Rezept noch die Namen der Gemüsesorten in der neuen Sprache. Und wo sie die richtigen Gewürze finden kann, weiß sie auch nicht! Zum Glück findet sie tatkräftige Unterstützung bei den Mitarbeitenden und anderen Neuankömmlingen im Begrüßungszentrum … und Oma Donya aus Persien steuert noch eine Prise Sumac bei.

Salma, die sysrische Köchin von Danny Ramadan, illustriert von Anna Bron, übersetzt von Penelope Dützmann, gebunden, 40 Seiten, erschienen am 31.03.2021 beim Orlanda Verlag in der Reihe Kids bewegt

ISBN 978-3-944666-77-8

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